Gütersloh. Der Kreis Gütersloh hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Region entwickelt, die in vielen Bereichen von Zuwanderern mitgeprägt wurde. Viele von ihnen sind seit den 1950er Jahren aus Süd- und Südosteuropa als Arbeitsmigranten hierher gekommen. Doch trotz seiner großen Bedeutung ist dieser Teil der Geschichte bisher nur ungenügend dokumentiert. Deshalb hat die Arbeitsgemeinschaft der Archive im Kreis Gütersloh in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Gütersloh eine Ausstellung zu diesem Thema erarbeitet. Sie trägt den Titel „Ein Koffer voll Hoffnung – Arbeitsmigration im Kreis Gütersloh von 1955 bis 1973“ und ist vom 21. April bis zum 16. Juni 2013 im Stadtmuseum in Gütersloh zu sehen. Anschließend wird sie in verschiedenen Städten und Gemeinden des Kreises gezeigt, u.a. in Rietberg, Harsewinkel, Steinhagen und Werther.
Im Zentrum stehen die individuellen (Lebens-) Geschichten der Migranten: Mit welchen Erwartungen kamen sie nach Deutschland, welche Erfahrungen machten sie hier, wie kam es, dass sie hier dauerhaft ansässig wurden? Ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, Kunstausstellungen und Theateraufführungen soll weitere Aspekte zur Geschichte der (Arbeits-) Migration in unserer Region aufgreifen und vertiefen.
Termine:
Vernissage: Die Ausstellung „Ein Koffer voll Hoffnung – Arbeitsmigration im Kreis Gütersloh 1955 bis 1973“ (bis 16. Juni) wird am Sonntag, 21. April, um 11.30 Uhr im Stadtmuseum Gütersloh, Kökerstraße, eröffnet.
Vortrag: Ali Özergin berichtet am Dienstag, 23. April, ab 19.30 Uhr über die „Geschichte der türkischen Zuwanderung nach Deutschland“.
Führungen: Kurator Norbert Ellermann bietet – unterstützt von Zeitzeugen – am Sonntag, 28. April, 15.30 Uhr, Mittwoch, 15. Mai, 18.30 Uhr, Sonntag, 26. Mai, 11 Uhr Führungen durch die Schau an.
Erzählcafé: An Freitag, 10. Mai, kann ab 15 Uhr im Stadtmuseum bei Kaffee und Kuchen über persönliche Erfahrungen berichtet werden. Zeitzeugen, die die Jahre der ersten „Gastarbeiter“ in Gütersloh erlebt haben, sind eingeladen. Der Gesprächsrunde geht eine Führung durch die Ausstellung voraus.
Theater: Inspiriert von Shaun Tans illustriertem Buch „The Arrival“ haben Jugendliche des Spielclubs Szenen erarbeitet, die den Aufbruch eines Mannes in die Fremde zeigen. Zu sehen ist das Stück am Samstag, 29. Juni, ab 20 Uhr im Theater Gütersloh.


Das LWL-Museumsamt für Westfalen präsentiert ausgewählte Bilder der Sammlung Jäger in Ausstellung und Buch. Die Fotos zeigen, wie die Moderne aufs Land kam im Kreis Gütersloh.
Die industrielle Revolution und die durch sie angestoßenen Umbrüche läuteten auch in Westfalen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Zeitenwende ein. Fotodokumente aus dieser Phase sind rar gesät. Umso mehr freut sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), dass er über 2.000 Glasnegative des Fotoateliers Jäger aus Harsewinkel (Kreis Gütersloh) in das Bildarchiv seines LWL-Medienzentrums für Westfalen übernehmen konnte. Unter dem Titel „Zeitenwende“ hat der LWL in einer Wanderausstellung und einem Bildband die aussagekräftigsten Bilder zusammengestellt.
Das Besondere an der Sammlung: „Über 100 Jahre lang haben vier Generationen des 1884 gegründeten Fotoateliers Bilder ihrer Heimat geliefert. Die Fotos zeigen, wie sich der Ort vom späten Biedermeier hin zur Moderne entwickelte“, erklärt Dr. Volker Jakob, Leiter des Bild-, Film-, Tonarchivs im LWL-Medienzentrum. „Paradigmatisch lässt sich auf Grund einer gesicherten Überlieferung die technische, wirtschaftliche und ästhetische Geschichte des fotografischen Gewerbes im ländlichen Raum Westfalen skizzieren. Eine einzigartige Gelegenheit, orts- und landesgeschichtliche Aspekte der Geschichte der Fotografie in Westfalen zueinander in Beziehung zu setzen“, so Jakob weiter.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 40 Bildern, darunter Porträts, Motive vom Leben auf dem Land sowie Aufnahmen von Gebäuden. „Die Bilder veranschaulichen, dass der Einbruch der Moderne im ländlichen Westfalen mit dem Verschwinden alter Traditionen einher ging“, sagt Verena Burhenne vom LWL-Museumsamt.

Der Artikel zum Stadtmuseum Gütersloh im Online-Lexikon Wikipedia hat den Schreibwettbewerb des Wikipedia-Projektes Ostwestfalen-Lippe gewonnen. Mit dem rein virtuellen Preis würdigte die Jury u.a. die Übersichtlichkeit, Gliederung, Bebilderung und die Quellenverweise des Beitrags. Das Stadtmuseum setzte sich gegen zwei Dutzend Artikel, von „Autobahnkreuz Bielefeld“ bis „Stadtarchiv Lemgo“, durch. Mit dem Schreibwettbewerb sollte ein Anreiz geschaffen werden, neue Artikel mit Bezug zu Ostwestfalen-Lippe in der Wikipedia zu erstellen bzw. bestehende auszubauen.
Der Artikel zum Stadtmuseum war erst Anfang Dezember auf Initiative von Museumsleiter Dr. Rolf Westheider von Matthias Borner, Stadtführer und zugleich Mitglied im Heimatverein, verfasst und dann von mehreren Wikipedia-Nutzern ergänzt worden. „Die Wikipedia dient vielen Menschen als Informationsquelle“, erläutert Westheider die Pläne, das Stadtmuseum im Rahmen einer PR-Offensive online präsenter zu machen. „Umso mehr freue ich mich, dass unsere Bemühungen so schnell honoriert wurden“. Durch den Preis würden deutschlandweit viele Wikipedia-Nutzer auf den Artikel und damit auf das Museum und seine Ausstellungen aufmerksam.
Das Ziel der Wikipedia ist der Aufbau einer freien, kostenlos nutzbaren Enzyklopädie durch ehrenamtliche Autoren. In dem Online-Lexikon kann jeder Nutzer Artikel ohne technische Vorkenntnisse direkt im Webbrowser anlegen oder ändern.
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